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Main-Post vom 7.11.11

Bingo, Bingo, Bingo!!!

Spielabend für guten Zweck: Fast hundert Spieler waren zum Bingo-Abend des Fördervereins Lesezeichen in die Hammelburger Stadtbibliothek gekommen.
Warten auf die richtige Zahl: Ben und seine Mutter
Mit so einem großen Ansturm hatte man nicht gerechnet. Der Freundeskreis der Bibliothek Lesezeichen hatte zum Bingo-Abend in die Räume der Bücherei eingeladen und fast hundert Spieler waren gekommen. Immer mehr Tische und Stühle mussten herbeigeschafft werden. Spaß und Spannung bei diesem Spiel hatten wohl so viele Leute angelockt. Außerdem gab es viele Preise zu gewinnen, und ganz nebenbei wurde die Bücherei unterstützt.

bingo14Bingo ist ein Glücksspiel, bei dem es darauf ankommt, konzentriert die ausgelosten Zahlen zu markieren und dann möglichst schnell Bingo zu rufen, wenn die geforderte Figur erreicht ist. Hierfür erwirbt sich der Teilnehmer ein oder mehrere Zahlenkärtchen. Der so genannte Caller oder Mister Master betätigt die Lostrommel mit den 75 Kugeln und ruft die gezogene Zahl mehrmals aus. Diese Rolle übernahm dieses Jahr wieder routiniert und charmant Jörg Schaffelke.

Mister Master Jörg SchaffelkeMit mehreren hundert Sachspenden und Gutscheinen der Geschäftswelt in und um Hammelburg konnten die Organisatoren fünf Gabentische bestücken und fünf Runden durchführen.

Die Regeln sind einfach. Das erklärt, warum das Spiel so beliebt ist und mittlerweile vier Millionen Menschen weltweit klassisch oder im Internet um die Zahlen auf den Kugeln wetteifern. Die Ursprünge von Bingo finden sich schon um 1530 in Italien. Seinen Siegeszug trat das Spiel um 1930 von Amerika aus in wirtschaftlich schlechten Zeiten an. Von Anfang an stand bei den Veranstaltern von Bingo-Abenden der Erlös für gemeinnützige Zwecke im Vordergrund.

bingo16Das Publikum in der Bibliothek ist bunt gemischt. Von der Familie mit Kleinkind bis zum Großvater sind alle Altersgruppen vertreten. Anfänger und Profis sind gleichermaßen gespannt. In der ersten Runde dauert es lähmende 20 Minuten, bis das erste Mal „Bingo“ ertönt. Dann werden die Abstände immer kürzer und die Zahl der Gewinner immer größer. Der Tisch mit den Preisen leert sich immer rascher. „Eine Kugel geht noch“, motiviert Mister Master (Jörg Schaffelke) die Spieler zu letzter Konzentration.

Von Runde zu Runde wird die Stimmung ausgelassener. Doch in der Endrunde mit den Hauptgewinnen kehrt wieder Ruhe ein. Konzentration und Müdigkeit fordern ihren Tribut. Außerdem wollen alle den Hauptgewinn. Diesmal sollen alle Zahlen auf dem Kärtchen richtig sein, ein so genanntes Full House. Petra Schmähling hat Glück und kann als Erste an den Gabentisch. Sie wählt für sich das 4-Gänge-Menü zu zweit im Hotel Schloss Saaleck als Hauptpreis aus.

bingo15Es geht nicht nur um die Gewinne, aber auch. Denn der eine fiebert gezielt der Induktionsherdplatte entgegen oder könnte den Farbdrucker gut gebrauchen. Der andere steht minutenlang vor dem Gabentisch und kann sich nicht entscheiden, was von all den mehr oder weniger nützlichen Dingen seinen Haushalt bereichern soll. Denn wenn man ehrlich ist, hat man meist schon zu viele Teelichthalter oder Dekosets. Dann empfiehlt sich der Griff zum Praktischen. Schinken, Wein oder Autoatlas – das kann man immer gebrauchen. Es war wirklich für jeden etwas dabei. Man musste nur gewinnen.

bingo12Für einige kein Problem. Denn manche Spieler sahnten richtig ab. Katrin Schneider konnte zweimal als Erste an den Gabentisch und hatte die volle Auswahl. Familie Schmitt konnte zu dritt ganze 16-mal an den Geschenketisch kommen. „Wir haben das schon als Kinder beim Handball mit viel Spaß gespielt. Nun hatte unsere Mutter die Idee, hier mitzumachen. Wir behalten unsere Karten den ganzen Abend über. Das bringt Glück“, erzählt der 24-jährige Thomas Schmitt. „Die drei spielen mit System“, kommentierte Schaffelke die Glückssträhne der Familie. Aber auch bei anderen stapeln sich im Laufe des Abends die Gewinne auf und unter den Tischen.

bingo17Sichtlich erfolgreich sind auch die Kinder der Familie Pfaff. Erstaunlicherweise sucht sich die neunjährige Maria recht praktische Gewinne wie etwa Duschgel und Schampoos oder Präsentkörbe aus. „Das werden Weihnachtsgeschenke für Oma und Mama“, begründet sie pragmatisch ihre Wahl. Gut, wenn man die große Reisetasche gewonnen hat, dann kann man den Fruchtsaftmixer und die Dekoleuchte bequem nach Hause transportieren. Auch ein paar kleine Plüschtiere, die es bis auf den Tisch der Hauptgewinne geschafft haben, da sie in den vorherigen Runden verschmäht wurden, fanden beim letzten Ansturm auf den Gabentisch Abnehmer.

Wie dies bei einem Glücksspiel nun mal so ist, gab es aber auch Teilnehmer, die nie zum Zug kommen. Da flossen dann schon ein paar Tränen bei der achtjährigen Franziska am Ende des Turniers. Aber: „Wann ist denn der nächste Bingo-Abend?“, fragt sie gefasst und hofft auf eine neue Chance.

Der Vorsitzende des Vereins Lesezeichen, Eberhard Munz, bedankte sich bei allen Spendern und Helfern, die den Bingo-Abend ermöglicht hatten. Der üppige Erlös kommt der Stadtbibliothek zugute. Alle strahlten zufrieden nach dieser Veranstaltung: Spieler, das Bibliothekspersonal und die Organisatoren von Lesezeichen.

Elisabeth Assmann