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dreieinhalbsterneDie Stadtbibliothek Hammelburg hat ihre Leistungen zum zweiten Mal freiwillig auf den Prüfstand gestellt und misst sich beim bundesweiten Bibliotheksvergleich des Deutschen Bibliotheksverbandes mit anderen Büchereien. Vier Sterne gibt es als Höchstwertung. Die Stadtbibliothek holte dreieinhalb. Damit hat sie wieder einen Platz ganz weit oben in der Qualitätsskala der Bibliotheken erreicht.

 

Als serviceorientierte öffentliche Einrichtung macht die Bibliothek ihre Daten transparent, um Stärken und Schwächen zu finden und zukunftsorientierte Entwicklungen anzustoßen.

Für die Leistungsmessung wurden die Daten aller Bibliotheken Deutschlands herangezogen. So weiß das Hammelburger Team genau, wo ihre Einrichtung im Verhältnis zu anderen steht. „Die hohe Besucherfrequenz, ein aktueller Bestand und eine starke Nutzung der virtuellen Angebote, das sind die Highlights der Stadtbibliothek im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Bibliotheken“, erläutert Chefin Karin Wengerter.

bixDreieinhalb Sterne für Hammelburg

Vier Bereiche werden umfassend geprüft: Angebot, Nutzung, Effizienz und Entwicklung. In jeder der vier Kategorien gibt es für Top-Platzierungen einen Stern. Rangiert eine Bibliothek in einer Kategorie nur im Mittelfeld, gibt es dafür einen halben Stern. Die Hammelburger Bibliothek hat es in dreien davon wieder in die Topgruppe geschafft. Sowohl bei Angebot als auch bei Nutzung und Entwicklung konnte sich die Bibliothek im oberen Drittel der Vergleichsgruppe platzieren. Lediglich in der Kategorie Effizienz schwächelte sie diesmal und liegt nur im Mittelfeld. Das gibt nur einen halben Stern.

Das kann die Bücherei gelassen sehen. „Eine gute Nutzung und ein tolles Angebot lassen sich schwer mit Effizienz vereinbaren.“, meint Wengerter. Denn je mehr Veranstaltungen es über den reinen Ausleihbetrieb hinaus gibt, desto mehr Personalaufwand braucht es. Dadurch sinkt auch die Effizienz. Im Kellereischloss gab es 2013 155 Veranstaltungen, das sind 13,7 pro 1000 Einwohner. Der Durchschnitt in der vergleichbaren Bibliotheksgruppe liegt bei 6,9; nur wenige Einrichtungen sind in diesem Bereich zweistellig.

Stärken und Schwächen

Schlüssel zum Erfolg waren einmal mehr die überdurchschnittlichen Besuchszahlen je Einwohner. Mit 4,5 Besuchen liegen sie weit über dem bundesweiten Durchschnitt von 1,9.

Noch Luft nach oben gäbe es bei den Öffnungszeiten. Hier erreicht die Bibliothek nicht ganz den Mittelwert. Es wird sich wohl in Zukunft auch nichts ändern: aufgrund der Gebäudesituation – zwei Stockwerke - müssen immer mindestens zwei Kräfte während der Öffnungszeiten zeitgleich eingesetzt werden – und mehr Personal gibt es nicht.
Dafür schnitt die Bücherei aber besonders gut im Bereich „Besuche je Öffnungsstunden“ ab: der Mittelwert war hier 16,2, Hammelburg hat 38,4! Das heißt, dass die Öffnungszeiten zwar nicht allzu üppig, aber goldrichtig sind.

Das Bibliotheksteam arbeitet weiter an seinem Konzept, die „reale“ Bibliothek zu einem gemütlichen Aufenthaltsort für ihre Leser zu gestalten, in der man sich wohlfühlen kann. Auch der persönliche Kontakt und eine gute Beratung ist ihm sehr wichtig.

EMU-Logo1Virtuelle Bibliothek

Doch auch die „virtuelle“ Bibliothek kommt nicht zu kurz. Mit dem Beitritt zu EMU – dem unterfränkischen E-Book-Portal bietet die Bibliothek ein tolles Angebot für ihre Leser, die lieber bequem von daheim aus Bücher ausleihen möchten. In diesem Bereich wird auch ständig nachgebessert.

Bei den Onlineangeboten erreichte sie sogar die höchstmöglichen Werte. Dabei handelt es sich sowohl um den Service innerhalb der Bibliothek, wie Computerarbeitsplätze und WLAN, als auch um die Internet-Angebote wie Website, Onlinekatalog und Social Web.


Die Stadtbibliothek weist für das Berichtsjahr 2013 eine hohe Erneuerungsquote von 11 % auf, was auch nötig ist, weil der Medienbestand 3,2 Mal pro Jahr umgesetzt wird. Und Bücher, die häufig gelesen werden, werden auch schneller zerlesen und müssen früher ersetzt werden. Trotzdem liegen die laufenden Ausgaben pro Besuch fast die Hälfte unter dem Durchschnitt: in Hammelburg „kostet“ ein Besuch nur 4,79 €, der Mittelwert liegt bei 8, 69 €.

Noch Steigerungspotenzial

Karin Wengerter sieht noch Steigerungspotenzial bei den Entleihungen, obwohl die Bücherei hier ebenfalls über dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Vor allem im Sachbuchbereich sind die Zahlen zurückgegangen. Das führt die Bibliothekarin vor allem auf die Konkurrenz mit Informationen aus dem Internet zurück. Hier lässt sich wohl schwer etwas verändern. Höhere Zahlen will sie aber im Kinderbereich erreichen. Leseförderung ist eine der Hauptaufgaben der Bibliothek. Kürzlich erhielt die Bücherei für ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Schulen das Gütesiegel.

„Dass wir wieder so weit vorne liegen, beweist erneut die enge Bindung unserer Kunden an die Hammelburger Stadtbibliothek und zeigt, dass unser Angebot ganz offensichtlich passt.“ Und nur mit einem tatkräftigen Bibliotheksteam könne ein so tolles Ergebnis erreicht werden, so Wengerter.

Der Bibliotheksindex BIX

Der BIX wurde 1999 von der Bertelsmann Stiftung und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. entwickelt. Seit dem Jahr 2005 führt der Deutsche Bibliotheksverband ihn zusammen mit dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) im Rahmen des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (knb) durch.

Nachzulesen sind die Ergebnisse hier.