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Buchbesprechung von Ira

TotengleichTotengleich

Von Tana French

Inhalt:

Als die junge Polizistin Cassie Maddox in ein verfallenes Cottage außerhalb von Dublin gerufen wird, schaut sie ins Gesicht der Toten wie in einem Spiegel: Die Ermordete gleicht ihr bis aufs Haar.

„ Ich kannte sie von irgendwoher, hatte das Gesicht schon tausendmal gesehen. Dann trat ich einen Schritt vor, um genauer hinzuschauen und die ganze Welt verstummte, gefror, während Dunkelheit von allen Seiten herantobte und in der Mitte gleißend weiß nur das Gesicht der jungen Frau blieb, denn das war ich. „

Nicht nur das, sie trägt Ausweispapiere auf Cassies alten Undercovernamen Lexie Madison bei sich, womit der Tod der Fremden zunächst geheim gehalten wird. Die Mordkommission  muss nicht nur die Frage klären, wer diese Frau erstochen hat, sondern auch herausfinden, wer sie überhaupt ist. Frank Mackey, Cassies ehemaliger Chef als Undercoveragentin, sieht nur eine Möglichkeit, den Fall aufzuklären: Cassie muss in die Rolle der Toten schlüpfen und das Leben ihrer Doppelgängerin fortführen, um den Mörder zu finden. So wird Cassie ins Umfeld der Toten eingeschleust und beginnt ein doppeltes Spiel, das sie emotional bald tiefer gefangen nimmt, als es ihre Professionalität als Undercoveragentin eigentlich erlaubt.

Bewertung:

Die Autorin schafft es mit ihrem bildhaften, fesselnden und lebhaften Schreibstil den Leser von Anfang an in ihren Bann zu ziehen. So wird der Leser mit genommen in ein spannendes Verwirrspiel, dessen Grenzen oft verschwimmen.  Die Suche nach dem Mörder erweist sich als äußerst schwierig, da Tana French es schafft jede Person als einen Verdächtigen darzustellen. Wenn man denkt die eine Person könnte es sein, stellt man seinen Verdächtigen, nach einer Zeit, wieder in Frage. Im Buch erfährt man viel über Lexies Leben und ihren Mitbewohnern, die sympathisch rüber kommen, aber trotzdem behält man im Hinterkopf, das einer von ihnen der Mörder sein könnte oder auch nicht. Die Auflösung des Falles wird nicht einfach heruntergespielt, sondern wird spannend dargestellt.

Das Buch ist lesenswert für alle Krimifans.

 

Buchbesprechungen von Anja

hundertjaJonas Jonasson - Der Hundertjährige, der aus dem Fenster  stieg und verschwand

An seinem 100. Geburtstag beschließt  Allan, aus dem Altenheim abzuhauen. Klar, Aufregung für Pflegepersonal und Polizei. Aber auch Allan erlebt Einiges. So rutscht er völlig unschuldig in das wahrscheinlich letzte Abenteuer seines Lebens. Was man in Anbetracht seines Alters annehmen kann. Ein paar Leichen hinterlassend begibt er sich mit zwei Gaunern, einer fluchenden Schönheit und einen Elefanten auf die Flucht vor der Polizei.
Im Laufe der Verfolgungsjagd bekommt der Leser Allans bewegtes Leben erzählt. Er überquerte zu Fuß den Himalaya, befreundet sich mit allen Machthabern der Erde, weiß am Ende, wie man eine Atombombe baut (was ihm eher weniger geglaubt wird). Auch die Flucht aus dem Altenheim gestaltet sich recht lebhaft. Man fragt sich am Ende, wie Allan all die Erlebnisse in 100 Lebensjahren unterbringen konnte.

 

misslizzie

Walter Satterthwait: Miss Lizzie

Es ist ganz schön aufregend, neben Miss Lizzie zu leben. Das jedenfalls sieht Amanda so. Miss Lizzie soll vor vielen Jahren ihre eigenen Eltern umgebracht haben. Sehr blutig. Mit einem Beil. Sie wurde jedoch frei gesprochen. Das Gericht konnte ihr die Tat nicht nachweisen. Dann wird auch noch nach einem Streit mit Amandas Bruder ihre Stiefmutter ermordet. Auf die gleiche Art, wie damals Miss Lizzies Eltern. Zunächst denken viele Leute an Lizzie als Täterin. Doch zum Glück gibt es vier Verdächtige. Amanda nämlich, und auch ihrem Vater fällt es schwer, an die Schuld der Nachbarin zu glauben. Klar spricht Einiges dafür. Aber es sprechen auch genauso viele Gründe gegen ihre Schuld.

Ein Buch von Freundschaft und Vertrauen. Und am Ende gibt es eine Überraschung....

 

marinaCarlos Ruiz Zafon: Marina

Die Geschichte spielt in der Gegenwart in Barcelona. Oscar ist ein fünfzehnjähriger Internatsschüler ohne Freunde und mit wenig Bindung zu seiner Familie. Immer nach Schulschluss geht er auf Entdeckungstour in und um die Stadt. Eines Tages führt ihn sein Weg zu einer alten Villa, in der Marina mit ihrem kranken Vater lebt. Das Mädchen ist etwa im gleichen Alter, wie Oscar, und so ist er bald schon recht oft bei den beiden zu Besuch. Die beiden beobachten eine geheimnisvolle Frau auf dem Friedhof, beschließen ihr neugierig zu folgen. Unversehens geraten sie in haarsträubende, fast schon unwirkliche Abenteuer. Das wirkliche Abenteuer ist, dass sie sich zaghaft ineinander verlieben. Gemeinsam lösen sie Schritt für Schritt einen Kriminalfall, der Barcelona schon Jahrzehnte bewegt.

Das Abenteuer weidet sich zu einem Alptraum, in dem beide daran zweifeln, ob sie überleben.

 

rosenbloomNatasha Solomons: Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand

Dem jüdischen Ehepaar Jack und Sarah Rosenblum gelingt mit ihrer kleinen Tochter die Flucht aus Deutschland. Sie finden sich in England wieder. Bei ihrer Ankunft erhalten sie eine Broschüre für Einwanderer. In Listenform steht dort, was man tun muss, um ein guter Engländer zu werden. Dies wird für Jack zum Lebensinhalt, seine Frau hat mehr Mühe. Sie hängt an der Vergangenheit und an ihren Wurzeln. Jack wird mit seiner Teppichfabrik sehr erfolgreich. Und er bearbeitet seine Liste, findet und erfindet immer mehr Punkte, die ihn zu einem guten Engländer werden lassen. Nur eines schafft er nicht: Er wird in keinem einzigen Golfclub aufgenommen. Nach einigen Jahren beschließt er völlig verzweifelt, einen eigenen Golfplatz zu bauen und einen eigenen Club zu gründen. Er verliert dabei sein ganzes Hab und Gut, die Firma geht pleite und fast stirbt seine Frau. Doch Jack möchte nicht aufgeben. Er sucht in England einen Ersatz für seine verlorene Heimat, möchte aus diesem Grund ein echter Engländer werden.

 

dezembersturmIny Lorentz: Dezembersturm

Trettin, Ende 19. Jahrhundert.  Lore verliert, knapp 15jährig bei einem Brand ihre gesamte Familie. Ihr bleibt nur der innig geliebte Großvater. Als der schwer erkrankt und nach Lores hingebungsvoller Pflege verstirbt, möchte sie vor ihrem bösartigen Vormund Ottokar fliehen. Dieser möchte an das Erbe des noch minderjährigen Mädchens gelangen.  Die Flucht wird zu einer großen Herausforderung für Lore. Immer wieder muss sie stark sein, mitunter sogar um ihr Leben kämpfen. Ihr Weg ist von Hoffnung und Endtäuschung gezeichnet, von Freud und Leid. Doch unbeirrt meistert sie ihr Leben, gewinnt Freunde fürs Leben.

Ein schönes Buch, das natürlich von einer großen Liebe erzählt. Wie sollte es auch anders sein, bei der Geschichte eines jungen Mädchens, das sich zur selbstbewussten Frau entwickelt?

 

aprilgewitterIny Lorentz: Aprilgewitter

Zunächst sind Lore und Fridolin recht glücklich in ihrer Ehe. Doch schon bald kommen die Probleme. Beide waren bei der Hochzeit recht jung, fanden noch nicht so recht ihren Platz im Leben. Während Lore davon träumt, ihre eigene Schneiderwerkstatt zu eröffnen, arbeitet Fridolin an seiner Kariere im Bankwesen. Beide finden nicht so recht zueinander. Fridolin möchte seine Frau alleine „ernähren“. Lore hat viel Freude am Nähen, möchte damit ihr Geld verdienen. Da zur damaligen Zeit (Ende 19. Jahrhundert) ein anderes Rollenverständnis als heute herrschte, fällt das Ehepaar von einer Krise in die nächste. Für Beide eine Herausforderung. Jeder für sich ist stark und selbstbewusst. Sie müssen es aber zu zweit schaffen, wenn die Ehe halten soll. Bleibt zu hoffen, dass sie es schaffen und von ganzen Herzen glücklich werden.

 

juliregenIny Lorenz: Juliregen

Lore und Fridolin Trettin haben es geschafft. Sie haben ihre Probleme gemeistert und sind zusammen stark geworden. Ihre Ehe wird gekrönt von zwei lieben Kindern, ein Mädchen und ein Junge. Sie haben sich beide beruflich und gesellschaftlich gefestigt und sind zu Wohlstand gekommen. Ein kleines Anwesen auf dem Land steht günstig zum Verkauf. Die junge Familie überlegt sich, das Hofgut zu erwerben, um künftig ihre Ferien dort verbringen zu können. Zumal auch  ihr geliebtes Mündel Nathalia, ein reiner Wildfang, auf einem der benachbarten Güter lebt.  Der Erwerb könnte also ein Glückstreffer werden. Doch immer wieder tauchen Schatten aus der Vergangenheit aus, möchten sie von außen bedrohen, wenn nicht sogar vernichten. Verwandte aus vergangenen Zeiten glauben sich immer noch betrogen, wollen durch üble Machenschaften das Geld der Trettins und auch Nathalias an sich bringen.

 

Buchbesprechungen von Theresia Marx

chemietodesChemie des Todes
von Simon Beckett
Wunderlich Verlag, 2006 

Handlung:
David Hunter war Englands berühmtester Rechtsmediziner. Aber er hat seinen Beruf aufgegeben und sich inkognito nach Devonshire in ein kleines Dorf zurückgezogen. Dort arbeitet er seit ein paar Jahren als Assistent des Arztes, als sein friedliches Landleben ein jähes Ende findet.

Spielende Kinder entdecken eine mit einem Paar Schwanenflügel ausstaffierte Frauenleiche. Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin im Dorf. Da sie mit David befreundet war, ist er, der schweigsame Fremde, einer der ersten Verdächtigen. Doch dann findet die Polizei heraus, was David früher war, und so muss die Ex-Koryphäe der überforderten Provinz-Gerichtsmedizin helfen.

Meine Meinung:
Die David Hunter Reihe ist mir von meinem besten Freund empfohlen worden und ich muss ehrlich zugeben, dass ich am Anfang total skeptisch war, was  Thriller anging. Aber ich bin froh dass ich das Buch gelesen habe, denn „ Die Chemie des Todes“ hat mich von Simon Beckett überzeugt. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung wird auch nicht unnötig in die Länge gezogen sondern Beckett kommt mit seinen schnellen ,aber sehr flüssigem und gut zu lesendem, Schreibstil schnell auf den Punkt. Dem Leser wird es beim Lesen nicht langweilig und auch der Spannungsbogen wird vom Autor meist nur kurz unterbrochen und dann sofort wieder aufgenommen.

Und nebenbei kann man dann versuchen den Täter zu ermitteln.
Note: 1


blutportaleBlutportale
von Markus Heitz
Knaur Verlag, 2008

Handlung:
Will kümmert sich um die Villa eines verreisten „Sirs“ und darf dafür in dem prächtigen Haus wohnen. Als er dort eine Party veranstaltet, lädt er auch die Fechterin Saskia ein. Doch da sich in der Villa ein Artefakt befindet, das Tore ins Reich der Dämonen öffnet, endet das Fest endet in einem Massaker, denn finstere Mächte wollen diese Tore offen sehen. Will und Saskia, die einzigen Überlebenden des Blutbades, müssen weit Schlimmeres verhindern. Eine extrem blutige Aufgabe, bei der ihnen eine frankophone Werwölfin hilft.

Rezension: 
Auf „Blutportale“ war ich sehr gespannt da es als einer der besten Markus Heitz Romane gilt. Beim Lesen merkt man, das der Roman einer der frühren Heitz-Bücher ist denn der Schreibstil hat sich im Vergleich mit anderen Büchern sehr verändert. Die Handlung fand ich spannend aber nicht mitreißend. An manchen Stellen hätte ich mir mehr von dem Nervenkitzel und Kopfkino gewünscht den der Autor in anderen Büchern mit seiner Geschichte verursacht. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und die Gefühle sind gut nachzuempfinden. Das Cover finde ich jetzt nicht unbedingt als den Knaller aber mir kam es beim Kauf eher auf den Inhalt an.

Alles in allem gebe ich dem Roman eine 2.
Ich empfehle ihn Horrorfans die auch mal einen nicht ganz so blutigen Heitz lesen möchten und Fantasylesern die gerne ein wenig Action haben.

erebosErebos
von Ursula Poznanski
Loewe Verlag, 2010. 

Handlung:
In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und - wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise.

Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen. Natürlich führt er diesen Auftrag nicht aus und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein bester Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick: Erebos ist weitaus mehr als nur ein harmloses Computerspiel! 

Rezension:
„ Manchmal habe ich das Gefühl, es lebt“
Ich habe Erebos verschlungen. Wortwörtlich.
Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Schreibstil und die Handlung fließen perfekt ineinander und reißen den Leser förmlich mit sich. Spannung ist fast durchgehend im Buch vorhanden und man kann es gar nicht abwarten das Ende zu erfahren. Immer wieder habe ich mich gefragt: „ Was steckt hinter Erebos?“

Über die Auflösung und das Ende war ich dann ein wenig enttäuscht. Ich hätte mir einen spektakuläreren Showdown gewünscht, aber okay. Das Buch war es auf jeden Fall wert zu lesen und ich empfehle es allen meinen Lesern ;)

Mehr von Thersia Marx auf ihrem blog! 

 

Buchtipp von unserem Praktikanten Felix

karmaMieses Karma
von Davis Safier.  Kindler Verlag

In dem Buch „Mieses Karma“ geht es um die berühmte Moderatorin Kim Lange,  die ihre Karriere allem anderen vorzieht. Gerade am Geburtstag ihrer Tochter findet die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises statt, weshalb der Geburtstag leider ausfallen muss. Dummerweise wird Kim am Tag der Verleihung von einem herabstürzenden Waschbecken einer ausrangierten russischen Raumstation erschlagen.
Kim glaubt nicht an Reinkarnation, doch der dicke Ameisen-Buddha überzeugt sie vom Gegenteil. Da sie jahrelang mieses Karma angesammelt hat, wird sie nur als Ameise wiedergeboren.

Doch sie hat keine Lust, den ganzen Tag Krümel durch die Gegend zu schleppen. Es muss gutes Karma her, um die Reinkarnationsleiter wieder nach oben zu klettern! Dabei  wird ihr bewusst, sie hat nicht nur ihr Leben verloren…

Ein leicht zu lesendes Buch mit einer Menge Witz und Charme, das bei genauerem Hinsehen ein wenig zum Nachdenken anregt. Ein Buch, welches ich nur weiterempfehlen kann!

 

Buchbesprechung von Anja Schneider

griecheFriedrich Dürenmatt: Grieche sucht Griechin

In seiner Stammkneipe finden die Wirtin und Freunde von dem Griechen Arnolph, dass er nun doch endlich eine Frau braucht. Gemeinsam entwerfen sie die Kontaktanzeige: „Grieche sucht Griechin“. Schon am Tag nach dem Erscheinen der Anzeige erscheint eine heiratswillige Frau in der Gaststätte auf. Diese versetzt durch ihr schönes und gepflegtes Äusseres alle Anwesenden in Staunen.

Und das Leben von Arnolph ändert sich grundlegend. Er wird befördert, bekommt sehr viel Geld in der Firma. Ihm wird ein Traumhaus geschenkt. Prominente und reiche Leute, Politiker und Künstler grüssen ihn auf der Strasse. Alles erscheint ihm wie ein Märchen. Dann heiratet er seine Traumfrau. Und so langsam kommt Licht ins Dunkel. Langsam erfährt er Aufklärung und versteht.

 

 

medicaWolf Serno: Die Medica von Bologna

Bologna, Mitte 16. Jahrhundert. Carla kam mit einem Feuermal im Gesicht auf die Welt. Zunächst behütet und versteckt von der Mutter, muss sie nach deren Tod das Leben alleine meistern. Ihr innigster Wunsch ist es Ärztin zu werden. Doch dies war in der damaligen Zeit für Frauen unmöglich. Zwar eignete sie sich auf abenteuerliche Weise jedes nur erdenkliche, medizinische Wissen an, kann dies aber niemals anwenden. Sie würde sofort verhaftet und hart bestraft werden. Noch dazu kommt, dass die Kirche ihre Entstellung als „Teufelsmal“ sieht, und ihr somit der Inqisitor droht.

Als durch einen tragischen Unfall ihr Verlobter Marko stirbt, lernt sie Caspare kennen und lieben. Er ist Arzt und schätzt ihr Wissen und ihr chirugisches Geschick sehr. Und da Carla eine gute Anstellung als Pflegerin in einem Spital gefunden hat, schöpft sie neue Hoffnung auf eine gute Zukunft.

 

Buchempfehlungen von Anja Schneider

antlitzehreUlrike Schweikert: Das Antlitz der Ehre

Würzburg, Beginn 15. Jahrhundert. Nachdem Fürstbischof von Brunn entmachtet und von der Marienburg verbannt wurde, wächst sein Ehrgeiz, die Macht, Güter und Geld zurück zu erobern. Er schreckt nicht davor zurück, seine Tochter Elisabeth für seine Machenschaften zu missbrauchen.
Doch auch sie hat ihre Ängste und Nöte, möchte der Vergangenheit entfliehen. Nun ist auch ihr Platz in der Gegenwart gefährdet. Doch ihre Hoffnung auf eine friedliche Zukunft an der Seite des Mannes, den sie liebt, trägt sie durch allen Schmerz, lässt sie nie verzweifeln.

Mir gefiel dieses Buch, weil es in Würzburg spielt und ich mich an vielen
beschriebenen Orte gleich heimisch fühlte. Gerne habe ich Elisabeth ein Stück auf ihrem Weg begleitet.

 

pergamentAntonio Gabrido: Das Pergament des Himmels

Die Geschichte spielt in Würzburg Ende achtes Jahrhundert. Es herrschen Hungersnot und Armut. Regen, Schnee und Eis verschlimmern die Lage im Winter. Theresa möchte - für eine Frau dieser Zeit unüblich, wenn nicht sogar unmöglich - ihre Ausbildung als Pergamentgesellin machen. Am Tag, an dem sie zur Prüfung antreten soll, gerät sie mit der ganzen Familie in ein Komplott, in den sogar Kirche und König beteiligt sind. Die Familie wird grausam getrennt.

Die junge Frau verstrickt sich in einen Strudel aus Intrigen, Mord und Lügen. Wem kann sie noch trauen? Wen darf sie lieben? Wird sie ihre Eltern je wieder sehen? Fragen, Angst und Leidenschaft begleiten sie auf ihren Weg durch die Zeit. Mit all ihren Talenten meistert sie ihr Leben und ihre Not. Und sie sieht es als ihre Aufgabe und Berufung, das Pergament des Himmels zu hüten und es seiner Bestimmung zu übergeben.

Mit hat das Buch gefallen, weil es in Würzburg ganz in der Nähe meiner Heimat spielt. Ich fand es reizvoll, einmal einen historischen Roman zu lesen, der von so einer frühen Zeit, nämlich achtes und neuntes Jahrhundert erzählt. Die Schilderungen sind klar und leicht verständlich. Ich konnte der Handlung gut folgen und sie leicht nachvollziehen.

bernsteinsammlerinLena Johannson - „Die Bernsteinsammlerin“

Die Geschichte spielt Anfang 19. Jahrhundert in Lübeck. Das Ehepaar Thurau zieht Femke, ihr Findelkind, voller Liebe auf, als sei es die eigene Tochter. Femke selber ahnt nicht, dass sie nicht das eigene Kind ist.

Voller Hingabe baut sie ihr Geschick und Talent im Bernsteinschnitzen aus. Ihre Stücke sind so schön und kunstvoll gearbeitet, dass man ihr hie und da sogar magische Fähigkeiten nachsagt. Der Bernstein beschert der jungen Frau Freud und Leid. Auf einer Reise findet sie sich und ihre wahre Familie. Und sie findet den Mann, mit dem sie ihr Leben verbringen möchte. Die Startbedingungen für diese Liebe sind allerdings denkbar schlecht.

Das Buch ist sehr interessant geschrieben und erklärt vieles über das Bernsteinhandwerk, was hier nicht so bekannt ist. Ich fand es sehr spannend und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen.


bernsteinheilerinLena Johannson - „Die Bernsteinheilerin

Johanna wächst glücklich bei ihren Großeltern in Lübeck auf. Und es könnte auch so weiter gehen, wäre da nicht der letzte Wunsch ihrer verstorbenen Mutter. Sie verfügte nämlich, dass ihre Tochter das Handwerk der Bernsteinschnitzerin erlernen soll. Johanna leidet sehr, denn sie hat das Talent der Mutter gar nicht geerbt. Langsam muss sie sich ihren Platz im Leben erkämpfen und ihre Begabung heraus finden. Ein schwerer Weg. Immer wieder jedoch stehen ihr wertvolle Menschen zur Seite, die ihr ein wenig weiter helfen. Sie durchläuft harte Prüfungen um Misstrauen und Vertrauen.

Am Ende findet sie nach langen Reisen endlich den Platz, an dem sie sich heimisch fühlt und in Frieden leben kann.

Vor einiger Zeit las ich schon die Geschichte von Johannas Mutter und verfolgte nun gespannt, wie sich die Geschichte in der nächsten Generation weiter entwickelt.


silberneburgSabine Weigand - „Die silberne Burg“

Deutschland im Mittelalter. Das Schicksal führt drei ganz unterschiedliche Menschen zusammen: Sara, eine Jüdin auf der Flucht vor dem ihr angetrauten Mann, Ritter Ezzo, auf der Suche nach Gerechtigkeit, die ihm sein Erbe bringen soll, und Ciaran, der als Baby vor Klostermauern ausgesetzt zum Mönch wurde, aber das Vermächtnis von Ketzern hüten muss.

Die drei ziehen mit einer Gauklertruppe nach Konstanz. Dort geraten sie auf einem Konzil in große Gefahr. Sie beschließen sich, zu trennen, und später wieder zusammen zu kommen. Jeder meistert seinen Weg, folgt seiner Bestimmung.

Mir gefiel das Buch, weil sehr viel von Sitten und Gebräuchen aus dem Mittelalter erzählt und erklärt wird. Und weil mir die Figuren während dem Lesen immer mehr zu Freunden wurden, die ich auf ihren Wegen begleiten durfte.

garouLeonie Swann - „Garou“

Nach dem Tod ihres Schäfers ziehen die Schafe von Irland nach Frankreich. Doch wenn sie glaubten, hier sei alles ruhig und friedlich, sehen sie sich getäuscht. Schon bald findet sich die kleine Schafsgruppe in einem neuen Abenteuer. Ein Abenteuer, in dem nicht nur Rehe und andere Tiere sterben.

Doch mit der ihnen ganz eigenen Schafs Logik lösen sie auch diesen Fall und sorgen für Ruhe und Friede. Ein erneuter Umzug steht an. Und sie lassen ihre neuen Freunde die Ziegen zurück.

Ich musste mich sehr konzentrieren um alles gut zu verstehen und den Gedankengängen der Schafe zu folgen. Aber es lohnte sich. Am Ende konnte ich mit Schafen und Schäferin erleichtert aufatmen. Ob aber die Pferde auch aufatmen können, bleibt abzuwarten.

 

 

muettermafiaDie Mütter-Mafia von Kerstin Gier

Constanze lebt glücklich und zufrieden. Ehemann, zwei Kinder, schöne Wohnung. Allerdings scheint ihr Mann nicht glücklich zu sein. Knall auf Fall reicht er die Scheidung ein und setzt die ganze Familie vor die Türe. Constanze findet sich mit  den Kindern in einer Vorstadtsiedlung wieder. Mit viel Humor meistert sie ihre schwere Zeit. Sie lernt viele Menschen kennen, wird selbstbewusst, kommt auch finanziell auf die Beine. Zu letzterem verhilft ihr ein Anwalt. Und scheinbar erfüllt sich das Klischee vom Scheidungsanwalt, der dann mit der Klientin „anbandelt“. Das Buch lädt ohne aufdringlich zu werden, oft zum Schmunzeln ein. Und fast alle Personen sind sehr sympathisch. Die Unsympathischen werden aber nicht zynisch beschrieben, sondern mit viel Humor.

 

 

gegensaetzeKerstin Gier: Gegensätze ziehen sich aus

Dies ist die Fortsetzung von Buch: Die Mütter-Mafia.

Inzwischen hat Constanze sich richtig gut eingelebt in der Vorstadtsiedlung. In liebevoller Kleinarbeit hat sie ihr Haus renoviert. Und sie hat wirklich gute Freunde gefunden. Gemeinsam meistern sie ihre großen und kleinen Sorgen. Sie basteln, lachen, weinen und trinken hin und wieder ein Glas Wein. Die Idee, einen Schuhladen zu eröffnen, ist geboren. Und jeder bringt sich ins Projekt ein. Allen Vorzeichen nach, wird es erfolgreich werden.

Nur in Constanzes Liebesleben ist der Wurm drin. Anton stellt sich das gemeinsame Leben so ganz anders vor, als Constanze. Es kommt zur Trennung.

 Ich habe sehr mitgelitten mit Constanze. Habe echt gedacht, dass sie jetzt ihren Humor verliert.

 

rubinrotRubinrot von Kerstin Gier

Die Geschichte spielt in der Gegenwart (jedenfalls meistens) in London. Gwendolyn ist Schülerin, 16einhalb Jahre alt und lebte bisher völlig unbeschwert und frei. Das soll sich an dem Tag ändern, als ihre Mutter eine Lüge bezüglich ihres Geburtsdatums beichtet. Von nun an wirbelt sie, begleitet von Gideon, durch die Zeiten.

Nicht nur er alleine sorgt für ein komplettes Gefühlschaos in Gwendolyn. Da ist auch noch Mr. Whitman, der offensichtlich von ihren „Zeitreisen“ weiß und sie für normal hält. Und Charlotte, ihre Cousine spricht auch kein Wort mehr mit ihr, gibt sich stinksauer.

Gut, dass sie da noch ihre Freundin Leslie hat, die immer zu ihr hält. Aber gefühlte tausend Fragen bleiben dennoch.

Erster Teil!

 

 

Buchempfehlung von Anja Schneider

flandrischesiegel"Das flandrische Siegel" von Marie Cristen
Knaur Verlag

Die Geschichte spielt in Brügge im frühen 15. Jahrhundert. Christina, Tochter der Handelsdynastie Cornelis–Contarini ist ein rechter Wildfang. Ihr jüngerer Bruder entspricht auch nicht der Norm. Er möchte Maler werden. Wie es kommen muss: Die Geschwister verlieben sich in ein jüdisches Geschwisterpaar. Für die angesehene Kaufmannsfamilie ein Tabu. Es kommt zum Eklat.
Die vier jungen Leute fliehen auf einem Schiff mit dem Ziel Florenz. Von Stürmen beschädigt muss der Kapitän jedoch seine Reise in London unterbrechen. Dort läuft gar nichts mehr wie geplant und mehrere Male geraten die Geschwister in Lebensgefahr. Das Schicksal schlägt hart zu, und es erscheint sehr unwahrscheinlich, dass sie Florenz je noch erreichen können.

Sowohl Kinder, als auch die Eltern müssen lernen, miteinander respektvoll umzugehen.

Trotz aller Sorgen und Nöte verbindet sie das starke Band der Liebe. Ob die Zeit für eine Versöhnung reicht, steht in den Sternen.

 

Buchempfehlung von Anja Schneider

wunderbern"Das Wunder von Bern" von Christof Siemes
Kierpenheuer und Witsch, 2003.

Essen 1954: Nach fast 12 Jahren Gefangenschaft kehrt der Vater von Matthias Lubanski nach Hause zurück. Die Eingliederung zu Hause und das Zusammenleben mit seinem 11 jährigen Sohn gestaltet sich sehr schwierig. Vater und Sohn kennen sich überhaupt nicht.

Der Junge hat den Nationalspieler Rahn zum Vorbild. Dieser sieht in dem Jungen ein Maskottchen.
Als Rahn dann zur Fussballweltmeisterschaft in der Schweiz aufgestellt wird, skaliert die Situation, in der Matthias und sein Vater sich befinden. Langsam müssen sich Vater und Sohn annähern. Am Ende reisen sie nach Bern, nur um die letzten zehn Minuten des Endspiels zu erleben.

Ein richtig emotionsgeladener Roman, der Fussballliebhaber die Tränen kommen lässt.

 

Buchempfehlung von Anja Schneider

frauwillgarten„Meine Frau will einen Garten“ von Gerhard Matzig

Goldmann Verlag 

Ein Mann liebt seine Wohnung rundum. Er liebt das Leben in der Stadt. Auch rundum. Seine Frau möchte sich gerne verändern. Sie will ein Haus auf dem Land. Die drei Kinder übrigens auch. Mit Garten. Sie finden etwas, was beiden gefällt. Und der „Run“ beginnt. Sie lernen jede Menge Leute kennen: Makler, Architektin, Fliessenleger, Baggerfahrer, Elektriker, Bauleiter, Verputzer, Möbelpacker. Nicht zu vergessen die Nachbarn, die sie von nun an begleiten sollen. Ein Leben lang. Und sie machen jede Menge Erfahrungen mit Ämtern und Beamten und Gebühren und nicht erwarteten Mehrkosten. Erfahrungen, die man nur einmal macht und nie wieder braucht.

Ein Buch voller Wahrheit und turbulent, wie im Leben. Sollte jeder lesen, der vielleicht später mal ein Eigenheim möchte.

 

Buchtipp von Anja

tochterseherinDie Tochter der Seherin

von Stephanie Kasper. Goldmann Verlag

Die Geschichte spielt im Alpenvorland um 1488.
Emma und Marzan von Kindesbeinen an zusammengewachsen, verlieben sich als junge Erwachsene ineinander. Doch Emmas Vater verspricht sie seinem besten Freund, dem Grafen Darius.
Als Emmas Vater ermordet wird, soll sie nach dem Willen des Grafen ein Jahr der Trauer im Kloster verbringen, um dann seine Ehefrau zu werden.
Emmas Kampf um ihren freien Willen und ihre Liebe beginnt. Sie begegnet dem Finnen Erik, den ein Geheimnis umgibt. Als Marzan zu ihnen stösst müssen sie gemeinsam manche Prüfung bestehen, bevor Fieden in ihre Leben kommen kann.

Die Orte gibt es auch heute noch wirklich. Einige Personen haben wirklich gelebt. Wie z.B. der berühmte Kaufmann Fugger, der uns immer wieder in ganz verschiedenen, historischen Romanen begegnet.

 

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