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kempfIm "Wohnzimmer" der Bibliothek war der Großheubacher Roman Kempf zu Gast. Auf Einladung der vhs stellte er sein neuestes Buch "Roter Stein" vor.

Barbara Oschmann von der Mainpost (8.3.10) schrieb dazu:

"Gut 50 Leute lauschten gespannt in der Stadtbibliothek, als Roman Kempf auf Einladung der Volkshochschule aus seinem zweiten Kriminalroman „Roter Stein" las. Der 1953 geborene Großheubacher hat – zunächst als Seminarist im Kloster Altstadt – acht Jahre lang das Frobenius-Gymnasium besucht, bis zum Abitur 1974.

Kempf erzählt von den Abenteuern des Benediktinerpaters Abel anno 1785. Einmal ist Abel gerade auf der Suche nach seinem Baumeister Jakob Dumont, mit dem er sich auf einer alten Burg verabredet hat. Im Burghof ruft der Mönch nach ihm: „Dumont!" – und als Roman Kempf ebenso ruft, hallt es im Treppenhaus des Roten Schlosses, dass man sich wahrlich in die Szene versetzt fühlt.

Der Autor versteht es, beim Publikum Neugierde zu wecken, wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Und so gehen an diesem Abend etliche Bücher über die Theke – gerne signiert und mit einem persönlichen Grußwort versehen. Nach der Lesung haben die Zuhörer jede Menge Fragen, die Roman Kempf so offen und ehrlich wie humorvoll beantwortet. Wann schreibt er? „In jeder freien Minute." Und wie schreibt er – auf dem Rechner oder auf der Schreibmaschine? „Auf dem Laptop – aber die wichtigen Szenen muss ich mit der Hand schreiben, sonst gehen mir zu viele Gedanken verloren", lacht Kempf. Woher hat er sein Wissen über die „Staabümber", die Steinhauer? „Es gibt sehr gute Bücher über alte Handwerksberufe."

Auch der frühere Deutschlehrer des Autors, Wolfgang Hose, ist gekommen und richtet herzliche Grüße von Frater Pius aus. Er möchte wissen, inwieweit denn die „schönen Erfahrungen in Kloster Altstadt" eine Rolle spielen, da die Hauptfigur ja ein Mönch ist. Kempf bestätigt, dass seine Zeit hinter Klostermauern durchaus hineinspielt: „Beim ersten Versuch ist Pater Abel noch Franziskaner gewesen."

Klassenkamerad Friedrich Schäfer hatte seinen Freund eingangs kurz vorgestellt. Nun interessiert ihn: „Liest du deiner Frau deine Versuche vor?" Kempf berichtet, dass er sich Literatur für angehende Schriftsteller einverleibt habe. Die erste Empfehlung darin habe gelautet, man solle über das schreiben, wovon man etwas versteht. „Die zweite Empfehlung war: nicht dem eigenen Partner vorlesen, solange man als Autor nicht gefestigt ist", schmunzelt er. „Das könnte schnell die Motivation nehmen."

Ob ein politisches Motiv hinter der Geschichte steckt, fragt noch jemand. „Nein, es ist kein politisches Buch", antwortet Roman Kempf. „Es ist mir einfach ein Anliegen, das Leben der kleinen Leute darzustellen. Geschichte läuft ja immer nur über Könige und Berühmtheiten ab, die kleinen Leute hat es scheinbar nie gegeben."

Das nächste Abenteuer von Pater Abel ist derzeit schon im Entstehen, es geht um den Handel mit Mainz. Gut möglich, dass Roman Kempf sein drittes Buch wieder in Hammelburg vorstellt, denn: „Liebe Hammelburger, ich bin seit damals sehr eng mit Hammelburg verbunden." Ein „Schöner Wein" beziehungsweise ein guter Bocksbeutel aus den Händen von Klassenkameradin und VHS-Leiterin Sieglinde Könemann-Merz ist ihm jetzt schon sicher."