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Mainpost 29.03.2011 Mitgliederversammlung

Literatur vom Sofa: Erich Kästner war Thema bei der Mitgliederversammlung mit Literaturabend des Freundeskreises der Stadtbibliothek. Foto: E. Assmann
Es ist inzwischen Tradition, dass sich der Bibliotheks-Förderverein bei seiner Mitgliederversammlung um das ausgebeulte Sofa im Obergeschoss der Hammelburger Stadtbibliothek versammelt. Denn danach gibt es immer Literatur vom Sofa, diesmal mit Erich Kästner. Dieses Schmankerl belohnte auch heuer Mitglieder und Freunde des Vereins Lesezeichen für das übers Jahr aufgebrachte Engagement.
Vorsitzender Eberhard Munz gab einen Überblick über die Aktivitäten des Freundeskreises. Neben der finanziellen und aktiven Unterstützung sei die Lobbyarbeit für den Erhalt der Bücherei wichtig. Auch nach fünf Jahren sei es eine ständige Herausforderung, neue Mitglieder zu werben, betonte Munz.
Die Zahlen, die Kassiererin Birgit Plihal vorlegte, unterstrichen das Engagement des Vereins. So erbrachten die zwei Flohmärkte, Spenden und Mitgliedsbeiträge 4260 Euro. Der Förderverein unterstützte finanziell unter anderem den Sommerleseclub, der auch heuer stattfinden wird. Die mit Kulturbunt durchgeführte „Hauslese" fand großen Anklang. Am 7. Mai und am 26./27. November finden Bücherflohmärkte statt. Auch ein Bingo-Abend ist wieder geplant. Die farbliche Umgestaltung des Zeitschriftenraumes wird in diesem Jahr vom Förderverein mitfinanziert. Die Bücherei sucht einen Sponsor für das Abo der Süddeutschen Zeitung, denn der Förderverein, der sich hier bisher engagiert hatte, möchte mehr punktuelle Aktionen unterstützen.
Bibliotheksleiterin Karin Wengerter bedankte sich bei den Mitgliedern des Fördervereins für die Unterstützung. „Bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen seid Ihr mittlerweile unverzichtbar."
Multimedial ging es diesmal beim Kästner-Abend „Herz auf Taille" zu. Fotos, Filmausschnitte, Lieder und Rezitationen aus Briefen und Werken von Erich Kästner zeigten ein anschauliches Bild vom Leben und Wirken des Autors. Michael Hügel, Michaela Leitschuh, Sabine Oschmann-Hockgeiger und Eberhard Munz lasen aus dem umfangreichen Werk Kästners.
Betitelt war der Abend nach dem ersten Werk von Kästner „Herz auf Taille" aus dem Jahr 1928. Trotz oder gar wegen der vieldeutigen Aphorismen blieb dem Zuhörer manchmal das Lachen im Halse stecken. „Ich kam zur Welt und lebe trotzdem weiter", schreibt Kästner in seinem Gedicht „Kurzgefasster Lebenslauf". Auch die Schilderung seines Schreibverbotes während der NS-Zeit stimmten nachdenklich.
Bekannt ist Kästner vor allem für seine Kinderbücher wie etwa das „Doppelte Lottchen".Bei einer Rede zur Jugendbuchwoche 1953 erklärte Kästner, dass Kinder anders lesen als Erwachsene. Sie verschlingen Geschichten, leben in den Geschichten, bekommen die Umgebung gar nicht mit. Dieses Verständnis Kästners für Kinder erklärt auch, warum er bei Kindern so gut ankommt.
Gleich sein erstes Kinderbuch „Emil und die Detektive" von 1928 zählt auch heute noch zu den beliebtesten Kinderbüchern, sagte Munz. Seine Werke wurden über 40-mal verfilmt. Filmausschnitte aus „Emil und die Detektive" und „Das fliegende Klassenzimmer" verdeutlichten an diesem Abend die Ausdruckskraft dieser Klassiker.
Einen größeren Ausschnitt lasen die Akteure aus der „Konferenz der Tiere" vor. Kästner versah sein erstes Buch nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Untertitel „Ein Buch für Kinder und Kenner" und machte so deutlich, dass es sich ebenso an Erwachsene richtet. Es wirbt in dieser Geschichte angesichts des Vietnamkrieges, der Franco-Diktatur und der Atomwaffenbedrohung für eine friedliche Weltpolitik und gegen Kriege.
von Elisabeth Assmann


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