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drachensaatJan Weiler: Drachensaat

Ein Versuch des Dr. Heiner Zens irgendwo in Deutschland. Er wählt sorgfältig fünf Menschen aus, die er heilen möchte. Jeder für sich durchlebte so eine eindrucksvolle Geschichte, dass diese alleine ein Buch füllen könnte.
Zusammen erleben sie ein grosses, gemeinsames Abenteuer, entziehen sich dem Einfluss des Arztes.
Die Situation eskaliert und verläuft völlig anders, als geplant.

Das Buch gefällt mir sehr gut, weil es menschlich und sehr interessant geschrieben ist. Ich könnte mir vorstellen, dass so etwas wirklich geschieht.

gerasAdele Geras: Sommerlicht

England, Willow Court 2002. Anlässlich des 75. Geburtstages von Leonora Walsch findet sich die ganze Familie auf deren englischen Gut Willow Court ein.
Hier werden Erinnerungen bei vielen Familienmitgliedern geweckt. Zum ersten mal tauschen sich diese intensiv und aufklärend aus. Es kommt zu Überaschungen, Konflikten, aber auch Versöhnungen.
Am Ende wird ein gelungenes Fest gefeiert, und jeder nimmt Eindrücke mit nach Hause, die sein weiteres Leben prägen werden.

Das Buch ist sehr harmonisch und friedlich geschrieben. Zeigte mir, dass nicht unbedingt Gewalt und Streit im Vordergrund eines guten Buches stehen müssen.
Das Lesen machte mir so viel Freude, dass sogar manchmal die Arbeit liegen blieb.

gowdy_Barbara Gowdy: Hilflos

In einer amerikanischen Kleinstadt geschieht das für viele Unfassbare. Die 9 – jährige Rachel verschwindet.
Der Autor schildert die Entführung aus dem Blickwinkel der Mutter des Entführers und des Kindes selber.
Es treffen Schicksale und Lebenserfahrungen, Gefühle und Emotionen aufeinander.

Die Mutter geschockt und voller Selbstvorwürfe. Der Entführer, der seine Tat als die einzig Richtige erachtet. Rachel, die eine Zeit voller Angst und Hoffnung auf eine Freilassung durchlebt. Wird es der Polizei gelingen, das Mädchen zu finden, bevor der Entführer seine genauen Vorstellungen in die Tat umsetzen kann?

Mir gefiel dieses Buch, weil es die Sichtweise aller Beteiligten detailreich erzählt. Dadurch wird es sehr spannend. Es fiel mir schwer, das Buch weg zu legen, bevor ich es nicht bis zu Ende gelesen habe.

katalaneNoah Gordon: Der Katalane (Hörbuch)

Die Geschichte spielt um 1870 in dem Dorf Santa de Olalia in der Nähe von Madrid.
Josepe, ein zweitgeborener Sohn, versucht sein Glück zunächst in der Fremde. Nach dem Tode seines Vaters kehrt er in sein Dorf zurück, kauft dessen kleines Anwesen vom Bruder ab und versucht es zu bewirtschaften, um so zu überleben. Mit viel Kraft und Energie baut er sich sein Leben so langsam auf.

Als sich erste Erfolge zeigen, holt ihn die Vergangenheit ein. Die Miliz taucht auf und durchsucht sein Anwesen. Ist jetzt alles verloren? Waren alle Mühen und Plagen umsonst?

Es ist richtig angenehm zu hören, wie Josepe sich mit Mut, Glück und Fleiß hocharbeitet. Ich fühlte mich so richtig wohl in Santa Eolalia, konnte alle Figuren des Romans so richtig vor mir sehen. Ich sah sie lachen, weinen, zittern und schwitzen.

follett Ken Follett: Das zweite Gehirn

29.01.1959: Luke erwacht in einer U-Bahnstation in Washington.

Er weiss nicht, wer er ist und wo er ist. Geschockt erkennt er, dass er einen weitgehenden Gedächtnisverlust erlitten hat. Einziger Hinweis auf seine Identität sind seine Fähigkeiten, die er recht bald erkennt.

Die Geschichte führt ihn zurück in das Jahr 1941, wo er mit seinen damaligen Studienkollegen in die Spionageszene eintaucht. Inzwischen hochangesehener Wissenschaftler, gerät er in tödliche Gefahr.

Alleine und ohne Gedächtnis kämpft er ums Überleben, ständig auf der Flucht vor CIA und FBI.

hebammeSabine Ebert: Das Geheimnis der Hebamme

Deutschland um 1155: Ritter Christian führt einen Zug mutiger Siedler durchs Land um sie in Markgraf Ottos Gebiet anzusiedeln. Marte, eine junge Wehmutter auf der Flucht vor Burgherrr Wulfhart stösst zu ihnen und darf mitreisen.
Am Ziel angekommen bauen die Siedler Christiansdorf, nach ihrem Ritter benannt, auf und machen den Boden urbar. Doch sie haben dank Randolph dem Tyrannen noch viel Leid vor sich.

Mir gefiel das Buch sehr gut, weil alle Schilderungen sehr gut nachvollziehbar sind. Das Buch ist spannend geschrieben, alles ist leicht zu verstehen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

jaudTommy Jaud: Millionär

Der Harz 4 Empfänger Simon lebt ziemlich deprimiert in seiner kleinen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Jeden Tag kommt er seinem Hobby nach, Beschwerdebriefe zu schreiben. Und jeder Tag ist auch langweilig und gleich.
Als über ihm Johanna einzieht, eine schwer reiche, nervende Blondine, beschliesst er, sein Leben zu ändern und Millionär zu werden, nur um sie wieder los zu werden.

Es glückt in wenigen Wochen, aber glücklich ist er darüber nicht. Denn Johanna ist ohnehin wieder ausgezogen. So sieht er alle Mühen umsonst, lebt wieder ziellos in den Tag.
Das Leben kann so scheusslich sein, wäre da nicht Anabell....

Mir hat es sehr viel Freude gemacht, das Hörbuch zu hören. Und einige Male habe ich laut aufgelacht. Der Autor erzählt frisch und frei von den kleinen Tücken des täglichen Lebens. Alle beschriebenen Situationen sind sehr gut nachvollziehbar.
Dem Sprecher ist es sehr gut gelungen die einzelnen Personen leicht wieder zu erkennen.


tretmuehlenMathias Binswanger: Die Tretmühlen des Glücks

Forscher haben heraus gefunden, dass wir zwar immer reicher, jedoch dabei immer unglücklicher werden.
Dieses Buch zeigt Beobachtungen und Statistiken von Soziologen und Psychologen, über die Entwicklung in unserer Gesellschaft. Jeder von uns wird sich in der einen oder anderen Gruppe wieder finden.

Wer nun ein Buch erwartet, mit einer Anleitung zum Glücklich werden, wird enttäuscht. Dieses Buch animiert zum Beobachten und Nachdenken über unser eigenes Verhalten. Und es macht Vorschläge, wie wir uns verändern können, um glücklicher werden zu können.

Die Hauptaussage im Buch ist, dass wir nur uns selber verändern können, nicht jedoch unsere Umwelt.

Ich möchte dieses Buch empfehlen, weil es recht dünn, schnell zu lesen und vor allem schnell zu begreifen ist. Manch andere Bücher strotzen vor Fremdworten und langen Sätzen. Dieses nicht.

Ich empfand dieses Buch wie einen Blick in den Spiegel und fand mich oft wieder. Ob es Ihnen, lieber Leser, auch so geht?


sarahsTatiana de Rosnay: Sarahs Schlüssel

Paris im Sommer 1942. Sarah wird zehnjährig mit ihren Eltern abtransportiert, weil sie Juden sind. Zurück bleibt der vierjährige Bruder ......

Paris 2002. Die Amerikanerin Julia und ihr Mann, der Franzose Bertrand, renovieren die ehemalige Wohnung seiner Grossmutter.

Julia findet heraus, dass im Jahre 1942 eine jüdische Familie in der Wohnung lebte. Von nun an lässt sie die Geschichte dieser Familie nicht mehr los.

Sarah, einzige Überlebende der Familie, nimmt immer mehr Raum im Leben Julias ein. Stück für Stück rekonstruiert sie die grausame Geschichte der jüdischen Familie. Am Ende findet sie das fehlende Glied, das ihre beiden Familie miteinander verbindet.

Mir gefiel dieses Buch sehr gut, weil zunächst parallel die Schicksale beider Familien (die von Sarah und die von Julia) erzählt werden. Am Ende verschmilzen beide Schicksale zu einer gemeinsamen Geschichte und Julia beginnt ein neues Leben.


barbalMaria Barbal:
Wie ein Stein im Geröll

Diese Geschichte spielt in den Pyrenäen. Die Bäuerin Conxa erzählt ihr Leben.

Sie verlässt 13jährig ihre Familie, um fortan bei der kinderlosen Tante zu leben. Anschaulich wird der von schwerer Arbeit geprägte Tages- und Jahresablauf geschildert und entwickelt sich schliesslich zu einem Lebenslauf.

Das Buch erzählt von den Höhen und Tiefen ihres harten Lebens in dem Bergdorf. Conxa wird Ehefrau, Mutter, Witwe und Grossmutter. Am Ende kann sie auf ein buntes Leben voller Freud und Leid zurück blicken.

Eine Liebesgeschichte? Wenn man so will. Aber bestimmt nicht nur die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau.

Mir gefiel das Buch. Ich tauchte schon nach wenigen Seiten völlig in das Leben im Bergdorf ein und ging gedanklich ein Stück mit Conxa.

Ein Buch, dass man nur ungern wieder weglegt.

todgeweihtTitus Müller: Die Todgeweihte

Die Geschichte spielt in Basel im Jahre 1348. Sie beschreibt lebendig das Zusammenleben von Christen und Juden, welches damals schon problematisch war.

Es verlieben sich gleich zwei Christen in die Jüdin Saphira. Krieg, die Pest und Erdbeben verbinden die drei jungen Leute auf tragische Art. Immer wieder hilft einer den beiden anderen zum Überleben. Schaffen sie es, in eine friedliche Zeit zu gelangen? Und werden sie Frieden untereinander finden?

Mir gefiel dieses Buch natürlich in erster Linie, weil ich in Basel lebe und die Schauplätze des Buches schon besichtigen durfte. Aber ich empfehle es auch wegen seiner Authentizität. Obwohl die Handlung frei erfunden ist, könnte sich tatsächlich alles so abgespielt haben.

stevemartinSteve Martin: Sehr erfreut, meine Bekanntschaft zu machen

Daniel lebt in Santa Monica. Und er ist der perfekte Chaot. Er leidet an zahlreichen Neurosen, beschäftigt sich mit Bordsteinkanten, Glühbirnen und fühlt sich als durchschnittlichster Amerikaner.

Und weil so etwas nie fehlen darf, mischen sich noch Frauen in sein buntes Leben. Natürlich mit den dazu gehörigen Kleinkindern. Der geneigte Leser fragt sich, ob man einem solchen Durcheinander je entkommen kann.

Warum es mir gefiel? Nun, ich habe viel gelacht und hin und wieder mit Daniel gezittert oder auch nur fassungslos den Kopf geschüttelt.

kazuoKazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mussten

Der Roman beginnt in einem englischen Internat, in dem Jungen und Mädchen unbeschwert heranwachsen. Er schildert die Zeit der Pubertät, anhand von drei Jugendlichen mit unterschiedlichen Charakteren. Erst nach und nach wird ihnen bewusst, warum sie hier leben.

Auch nach ihrem Aufenthalt in Hailsham verbringen sie noch eine, jetzt allerdings nicht mehr so unbeschwerte Zeit, miteinander. Langsam beginnen sie zu ahnen, was ihre Bestimmung ist, begreifen werden sie es bis zum Ende nicht, weil sie nie gelernt haben, über gewisse Dinge nachzudenken.

teufelinAndrea Schacht: Die Teufelin

Der Roman spielt in Köln, im Jahre 1376. Das Buch stellt in Romanform einige Monate aus dem Leben einer Frauengruppe vor, die sich Beginen nannte. Es werden Ziele und Ideale der Frauen erklärt.
Lebhaft lässt die Autorin ein buntes Bild der damaligen Altstadt wachsen, in dem sich Pater, Domherren, Alchimisten, Söldner und eben Beginen miteinander arrangieren müssen.

Mir gefiel dieses Buch, weil ich die Gruppe der Beginen bis dahin noch nicht kannte. Es war sehr interessant zu lesen, wie so unterschiedliche Menschen es schaffen konnten, miteinander (fast) friedlich zu leben.

jesabelIrene Nemirovsky: Jesabel

Paris 1935:
Die ältere Dame Gladys Eysenach steht vor Gericht, weil sie ihren vermeintlichen 20jährigen Liebhaber getötet haben soll.

Das Buch schildert im Rückblick. wie es zu diesem Mord kam. Es erzählt von Schönheit, Liebe und der Sucht, sich die ewige Jugend zu erhalten.

Gladys ist jung und schön. Doch die Jahre vergehen. Sie heiratet, wird Mutter.
Immer auf der Jagd nach der Jugend geht sie rücksichtslos über Leichen.
Sie kämpft um die Jugend – und verliert.

Dieses Buch möchte ich besonders empfehlen. Man kann sich sofort in jede Figur hineindenken und dem Geschehen leicht folgen. Die Geschichte stimmt sehr nachdenklich und animiert, dass man sie weiter erzählt.


lelordFrancois Lelord: Im Durcheinanderland der Liebe

Ulik, der junge Inuit kommt nach Paris, um sein Land und deren Kultur in Europa vorzustellen. Hier erlebt er, wie die Menschen in Europa ihre Beziehungen leben und vergleicht dies mit dem Leben in seinem Land. Dabei entdeckt er, dass man das gleiche Thema von vielen Seiten betrachten kann und keine Meinung richtig oder falsch ist.

Wer in diesem Buch unseren guten Freund Hector erwartet, lernt in Inuk einen Menschen kennen, der bestimmt genauso sympathisch ist, wie der bekannte Psychiater.

Mir gefiel dieses Buch, eben, weil es nicht um Hector geht. Er hat mich vier Bücher lang begleitet und wurde nun auf herzerfrischende Art von Ulik abgelöst.